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Warum ist es als Frau wichtig über den eigenen Körper und wie er beim Sex tickt, Bescheid zu wissen?


Hand aufs Herz: Was hast du in der Schule oder von deinen Eltern über Sexualität gelernt? Deine Antwort wird wahrscheinlich sein: “Nicht viel, außer über Verhütung, Fortpflanzung und Geschlechtskrankheiten.”


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Was wir über Sexualität lernen

Wie ging es danach weiter?


Du hast damit begonnen, deine ersten sexuellen Erfahrungen zu sammeln anhand von dem, was du bis jetzt aus Filmen, Magazinen und vielleicht Pornos über Sexualität wusstest. Das sah dann meistens so aus: Man küsst sich, reißt sich im nächsten Moment die Kleider vom Leib und im übernächsten kommen beide gleichzeitig stöhnend zum Höhepunkt, er in und über ihr.


Vielleicht hast du im echten Leben aber bemerkt, dass das bei dir nicht so funktioniert…


Wahrscheinlich hast du auch Sex gleichgesetzt mit penetrativem Sex und das, was davor kommt als Vorspiel.


Well, I feel you!


Wie sollte es auch anders sein?

I’m gonna drop a bomb here:

Wir leben in einem Patriarchat und auch in unserer Sexualität herrschen patriarchale Strukturen vor bzw. leben wir bis dato eine sehr auf die Lust der Männer zentrierte Sexualität.


Männern wird Lust und Selbstbefriedigung zugestanden, über Frauen wird leicht mal gesagt: “Die haben halt nicht immer Lust auf Sex” oder “Es ist normal, dass Frauen nicht kommen, das ist bei den meisten der Fall.“


Vielleicht hast auch du deine Sexualität sehr mit Fokus auf der Lust des Partners begonnen und kommst selten beim Sex mit Partner*in. Vielleicht kommst du gar nicht und hast deine Lust in die hinterste, verstaubte Schublade gepackt. Vielleicht kommst du alleine bei der Masturbation, aber viel seltener zusammen mit deinem Partner*in.


Well, du bist nicht alleine damit!


Falls dem nicht so ist und du eine lustvolle Sexualität lebst, sowohl alleine, als auch mit deinen Partner*innen, dann herzliche Gratulation, du bist vielen Frauen schon um einiges voraus!



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Weibliche Lust und die Orgasmus Gap

Zahlreiche Studien belegen, dass beim Hetero-Sex die Männer regelmäßig zum Orgasmus kommen und die Frauen sehr selten (je nach Studie erstere zu mehr als 90% und Frauen zu ca. 60%).. Das nennen wir “Orgasm Gap”.


Es beginnt schon mal damit, dass die meisten Frauen (und das sind wirklich sehr viele und das ist ebenfalls von etlichen Studien belegt) nur durch äußere Stimulation der Klitoris/Vulva zum Höhepunkt kommen.

Je nach Sexstellung werden diese auch bei penetrativem Sex mitstimuliert.

Sehr viele Frauen brauchen also die rein äußerliche Stimulation der Vulva/Klitoris um zum Höhepunkt zu kommen, manche Expert*innen gehen sogar so weit zu sagen, dass Frauen die Penetration beim Sex überhaupt gar nicht bräuchten.


Für Männer ist der Weg zum Höhepunkt meistens: Penis in Vagina, also Penetration.

So weit, so gut, was können wir Frauen nun tun, um für unsere Orgasmen und bedürfnissorierentierten Sex einzustehen?


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Lern deinen Körper kennen


First of all: get to know your body!


Jeder Körper ist anders und jede Frau braucht vielleicht etwas anderes, um in ihre Lust zu kommen. Das kann und wird sich auch im Laufe des Lebens oder auch während jedem Zyklus ändern. Nimm dir regelmäßig Zeit für Selbstliebe. Streichle, massiere dich mit Händen, mit einem Toy deiner Wahl, was auch immer dir guttut. Beziehe deinen ganzen Körper mit ein.


Auch, wenn ich sehr dafür plädiere, dass Frauen genauso oft zum Orgasmus kommen sollten wie Männer, ist es mir trotzdem sehr wichtig zu betonen, dass Sexualität so viel mehr ist, als nur ein Orgasmus. Take the pressure out of pleasure!


Kaufe dir ein Buch über Sexualität oder besuche einen (Online-)Workshop, buche einen Onlinekurs. Sei es z.B. in Richtung Tantra, oder auch einen Workshop über die Anatomie des weiblichen Körpers und wie er beim Sex tickt. Denn, wir alle wissen meistens wirklich viel zu wenig und haben so wenig darüber gelernt oder gesprochen.

Bis vor kurzem wurde z.B. unser hauptsächliches Lustorgan die Klitoris in ihrer Ganzheit nicht in BIO-Büchern dargestellt oder nur als Klitorisperle von außen.

Tatsächlich ist sie aber ein riesiges Organ, ein ganzer Komplex und wenn du das einmal verstanden und gesehen hast, dann kann dir das unglaublich bei deiner eigenen Sexualität helfen.


Außerdem: Wenn du selbst weißt, was dir guttut und dir Lust macht, kannst du das auch in Zukunft deinem Partner* zeigen.


Das A und O: Kommunikation


Und zu guter Letzt:

Communication is key!

Rede mit deinem/r Partner*in oder mit Freund*innen über Sexualität, über deine Themen, nur so können wir gemeinsam etwas ändern.

Auch wenn du jetzt denkst “ Wie soll ich denn jetzt nach so langer Zeit meinem Partner erklären, dass ich meistens vorgetäuscht habe bzw. etwas ganz anderes möchte und brauche beim Sex?”

It’s never too late! Besser jetzt als nie, nur Mut! Du hast es genauso verdient, befriedigt zu sein und werden wie dein/e Partner*in!


Am Ende möchte ich dir noch mitgeben:


Deine Sexualität und dein sexueller Ausdruck gehören dir und nur dir allein. Niemand kann dir sagen, wie du dich fühlen oder wie du handeln sollst. Wenn jemand ein Problem mit dir und der Art und Weise hat, wie du deine Sexualität ausdrückst, ist das sein/ihr Problem, nicht deines. Wenn jemand versuchen sollte, dich dafür zu beschämen, dass du deine Sexualität ausdrückst, projiziert diese Person ihre eigene Scham auf dich – das hat nichts mit dir zu tun, also ändere nie deine Art, um jemand anderem zu gefallen. Niemand sonst darf dir deine Sexualität diktieren.


Love your V, love your lips, own and know your body!

Deine Nina


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